Beurteilung der Kniearthrose

Die KL-Klassifizierung (Kellgren und Lawrence), die 1957 eingeführt und 1961 von der Weltgesundheitsorganisation anerkannt wurde (Ball et al 1963), bleibt die Standard-Skala zur Charakterisierung des Kniearthrose Stadiums. In diesem Bewertungsschema werden das Vorhandensein und die Qualität verschiedener individueller radiologischer Merkmale (IRFs) kombiniert, um eine Bewertungsskala für die Identifizierung und Schwere der Kniearthrose zu definieren.

Die Klassifizierung von Osteophyten, Sklerose und der Gelenkspalte

Um einige Schwierigkeiten mit dem KL-Klassifizierungs-Schema zu überwinden, einschließlich der Subjektivität bei der Klassifizierung einzelner Merkmale und der Annahme, dass nur eine Art der Progression von Kniearthrose angenommen wird, schlug die Osteoarthritis research Society International (OARSI) neben einem Referenzatlas ein Klassifizierungs-Schema für einzelne radiografische Merkmale vor (Atlman et al 1995). In diesem System wird die Gelenkspaltverengung und Osteoporose sowie weiteren Merkmalen (einschließlich Sklerose) in Schienbein und Oberschenkelknochen einen Grad zwischen 0 und 3 zugeordnet, die jeweils für die laterale und mediale Abschnitte bewertet werden. Die ORASI-Klassifikation von Kniearthrose konzentriert sich hauptsächlich auf die Werte der Osteophyten und Gelenkspaltverengung.

KL – und ORASIK – Klassifikationen werden empfohlen, um Populationsgesundheitsstudien durchzuführen (Leyland et al 2018). Beide Systeme zeigen eine gute Übereinstimmung bei der Diagnose von Kniearthrose (Culvenor et al 2015).

Der wissenschaftliche Hintergrund der Gelenkspaltmessung

Alle bisher absolvierten Schulungen und Tests basieren auf Daten und Bewertungen, die von der in den USA gemachten Studie der Kniearthrose Initiative (OAI) erstellt wurde. Die OAI ist eine multizentrische, longitudinale, prospektive US-Beobachtungsstudie zur Kniearthrose. Das Ziel der OAI ist die Entwicklung einer öffentlich zugänglichen Forschungsressource, um die wissenschaftliche Bewertung von Biomarkern für Kniearthrose als potenzielle Ersatzendpunkte für den Beginn und das Fortschreiten von Krankheiten zu erleichtern. Die OAI-Studie umfasst öffentliche Mittel von National Institutes of Health (NIH) und private Mittel von mehreren Partnern von Pharmaunternehmen. Die Studie sammelte Daten über die Population mithilfe mehrerer Nachuntersuchungen und stellte alle gesammelten Daten den Forschern zur Verfügung. Sie umfasste die Rekrutierung von etwa 4.500 Probanden, die mit Arthrose oder ohne radiologische Kniearthrose diagnostiziert wurden. Das Protokoll der Studie sieht die Rekrutierung einer repräsentativen Stichprobe der Bevölkerung aller ethnischen Gruppen und beider Geschlechter im Alter von 45-79 Jahren vor. Die Verfahren zur Einwilligung nach Aufklärung folgten allen Bundesrichtlinien und die den Forschern zur Verfügung stehenden Daten wurden anonymisiert.

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Anhand der Studie wurden viele klinische Publikationen veröffentlicht

Klinische Studien & Abstracts unter der Mitwirkung von IB Lab:

Bei der Beurteilung der radiologischen Arthrose muss der Arzt das Vorhandensein oder Fehlen mehrerer Merkmale in der Röntgenaufnahme beurteilen. Tatsächlich wird die Kellgren-Lawrence-Klassifizierung in Bezug auf das Vorhandensein oder Fehlen von besonderen Merkmalen definiert (Kellgren und Lawrence 1957). Daher sind die Aggregate klinisch sinnvoll, da sie dem Arzt helfen, das Vorhandensein oder Fehlen von besonderen Merkmalen zu identifizieren, die für die Diagnose und Schweregradbeurteilung von Arthrose relevant sind.

Zusammenfassung von häufig getätigten Fragen in Bezug auf die Kniearthrose Diagnose

  • Zur Behandlung der Kniearthrose ist eine Operation erforderlich?

Antwort: Dies hängt vom Schweregrad der Kniearthrose nach KL und den individuellen Beschwerden ab. Obwohl eine Operation nicht für die meisten Patienten infrage kommt, ist sie für diejenigen mit starken Schmerzen oder Gelenkschäden notwendig.

  • Kniearthrose kann durch das Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen entstehen?

Antwort: Dazu gibt es keine eindeutige Evidenz. Das lange Tragen von (z.B.) High Heels erzeugt beim Gehen veränderte Kräfte am Knie, die zu degenerativen Veränderungen im Gelenk führen und das Risiko einer Kniearthrose durchaus erhöhen können.

  • Es gibt einen Zusammenhang zwischen Wetter und Kniearthrose?

Antwort: Dies ist von Patienten zu Patienten individuell. Regnerisches Klima verursacht keine Kniearthrose, aber diejenigen mit Kniearthrose können bei Regenwetter erhöhte Schmerzen haben.

  • Kniearthrose schränkt die Bewegungsfähigkeit ein?

Antwort: Dies ist von Patienten zu Patienten individuell. Man sollte anspruchsvolle Übungen vermeiden, aber eine leichte Übungsroutine beibehalten, da dies durchaus eine positive Auswirkung auf die Gelenksbeweglichkeit haben kann.

  • Es ist wahrscheinlicher Kniearthrose zu entwickeln, wenn ein Elternteil die Krankheit hatte?

Antwort: Dazu gibt es keine eindeutige Evidenz. Studien haben jedoch gezeigt, dass es ein höheres Risiko für das Fortschreiten einer Kniearthrose geben kann wenn ein Familienmitglied bereits davon betroffen ist. Jedoch ist solch eine Entwicklung durch einen gesunden Lebensstil beeinflussbar.

  • Für jedes Kilogramm an Gewichtszunahme gibt es einen gleich hohen Kilogramm Druck auf die Knie?

Antwort: Dies ist nicht korrekt. Eine Gewichtszunahme von 0,45 kg entspricht etwa 0,9 bis 1,8 kg Druck auf die Knie.

  • Knie Kniearthrose ist ein ernsthaftes Gesundheitsproblem?

Antwort: Dies ist korrekt. Kniearthrose ist die häufigste Ursache für eine Einschränkung der Lebensqualität in der EU/USA und betrifft etwa 1 von 5 Erwachsenen. Die wirtschaftliche Belastung ist ebenfalls groß, mit geschätzten Kosten von mehr als 188 Milliarden Euro pro Jahr: 108 Milliarden Euro an verlorenen Löhnen und 80 Milliarden Euro an medizinischer Versorgung.

  • Knie Kniearthrose ist eine normale Folge des Alterns?

Antwort: Dies ist inkorrekt. Auch wenn die Kniearthrose mit dem Altern verbunden ist, ist sie keine normale Folge davon.